{"id":806,"date":"2017-01-27T14:53:29","date_gmt":"2017-01-27T12:53:29","guid":{"rendered":"http:\/\/quartierverein-zollikerberg.ch\/?p=806"},"modified":"2026-01-08T14:38:10","modified_gmt":"2026-01-08T13:38:10","slug":"klavierrezital-drei-pianisten-auf-froehlicher-schlittenfahrt-medienbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quartierverein-zollikerberg.ch\/?p=806","title":{"rendered":"Klavierrezital  \u201eDrei Pianisten auf fr\u00f6hlicher Schlittenfahrt\u201c &#8211; Medienbericht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zollikerberg: Unterhaltsame Klassik in der Residenz Neum\u00fcnster Park<\/strong><\/p>\n<p>Von Max Nyffeler \/ 22. Januar 2017<\/p>\n<p>Vor zwanzig Jahren gab es die \u201eDrei Ten\u00f6re\u201c, gestandene Mannsbilder, die zu dritt ihre Arien schmetterten und Millionen von Platten verkauften. Ein etwas anderes Trio war nun, veranstaltet vom Quartierverein Zollikerberg und der Residenz Neum\u00fcnster Park, am vergangenen Sonntagnachmittag in der Kirche des Neum\u00fcnster Parks zu erleben: Die \u201eDrei Pianisten\u201c. Als Gesamterscheinung wirken sie nicht weniger ausgefallen als Pavarotti &amp; Co. \u2013 gerade weil sie sich schon in etwas vorger\u00fccktem Alter befinden und vom Alter her je rund ein Jahrzehnt auseinander sind.<\/p>\n<p>Die \u201eDrei Pianisten\u201c: Das sind der in Sankt Petersburg geborene und ausgebildete Pianist, Organist und Komponist Alexander Brincken, der seit \u00fcber zwanzig Jahren in Luzern wohnt und arbeitet; der vielseitige Musik- und Sprachwissenschaftler Alfred Wettstein, der fr\u00fcher nebenher Stephanie Glaser und andere Kabarettgr\u00f6ssen am Klavier begleitete, und als \u00c4ltester Joachim Blass, Romanist und langj\u00e4hriger Franz\u00f6sischlehrer am Freien Gymnasium Z\u00fcrich; f\u00fcr den technisch brillanten Musikliebhaber war das Klavierspiel stets mehr als eine heimliche Leidenschaft \u2013 in den 1970er Jahren spielte er in Amateurkonzerten in der Tonhalle mit dem Z\u00fcrcher Kammerorchester auch schon mal Klavierkonzerte von Mozart.<\/p>\n<p>Mit einer abwechslungsreichen Folge von kurzen St\u00fccken schlug das Programm einen Bogen \u00fcber drei Jahrhunderte von Barock bis Gershwin, wobei die drei Pianisten sich stets abwechselten. Brincken begann mit der Sarabande und Gigue aus Bachs Englischer Suite in F-Dur, Wettstein folgte mit drei selten zu h\u00f6renden, mit \u201eSolfeggio\u201c betitelten Virtuosennummern der Bach-S\u00f6hne Johann Christoph Friedrich und Carl Philipp Emanuel, Blass leitete mit Mozarts Fantasie in d-Moll in die Klassik \u00fcber. Der Einstieg holperte gelegentlich noch etwas \u2013 die Anfangsnervosit\u00e4t und die Gew\u00f6hnung an den Fl\u00fcgel forderten ihren Tribut.<\/p>\n<p>Die unterschiedlichen Charaktere der drei Interpreten, die sich schon in dieser ersten Runde bemerkbar machten, nahmen in der Folge immer deutlichere Konturen an. Joachim Blass ist mit sage und schreibe f\u00fcnfundachtzig Jahren noch immer ein quecksilbriges Temperament und legt viel Wert auf eine differenzierte Darstellung der musikalischen Verl\u00e4ufe. In einem \u201eAndante vari\u00e9\u201c von Joseph Haydn zeigte er, wie einfallsreich der Komponist auch kleine Formen zu gestalten wusste, und die Figurationen und L\u00e4ufe in Chopins Walzer in cis-Moll zeichnete er mit Leichtigkeit nach. Sein Kampf mit dem Notenpapier war eine szenische Zugabe, die das Publikum am\u00fcsierte. Energisch zupackend und mit robuster Attacke dagegen das Spiel von Alfred Wettstein. Sein Chopin \u2013 die \u201eGrande Valse brillante\u201c in Es-Dur \u2013 strahlte in hellem Fortissimo, und den knorrigen Humor von Beethovens Variationen in D-Dur op. 34 brachte er sinnf\u00e4llig zur Geltung. Brincken wiederum, als Organist mit einem besonderen Ohr f\u00fcr satte Klangmischungen und einem sicheren rhythmischen Gef\u00fchl begabt, tauchte bei Schuberts Impromptu in Ges-Dur tief ein in den warmen, von dunkel rollenden Basstrillern untermalten Klangstrom. Mit \u201eGolliwoggs\u2019 Cakewalk\u201c von Claude Debussy, der augenzwinkernden Parodie auf einen afroamerikanischen Modetanz aus der Zeit um 1900, sorgte er danach f\u00fcr einen munteren Akzent im Programm.<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger das Konzert dauerte, desto mehr lockerte sich die Atmosph\u00e4re. Eine effektvolle, von Joachim Blass mit Bravour gespielte Toccata von Aram Khatchaturian, die drei jazzigen, von Alfred Wettstein flott servierten Preludes von George Gershwin, und dann der unterhaltsame Abschluss mit einer musikalischen Schlittenfahrt zu dritt, bei der einer mit dem Tamburin das Klingelingeling der Pferdegl\u00f6ckchen imitierte: Das Publikum, das den Saal bis auf den letzten Platz f\u00fcllte, reagierte begeistert. Es hatte h\u00f6rbar Spass an den gelegentlich ins theatralische abgleitenden Darbietungen dieses Trios, das so ungleich zusammengesetzt war und doch \u00fcberraschend gut harmonierte.<\/p>\n<p>Die musikalische Reise durch die Jahrhunderte begann mit tastenden Schritten und endete im fr\u00f6hlichen Galopp. Eine beinahe kabarettistische Zugabe mit Musik von Haydn bildete den Schlusspunkt. Kein Wunder, dass beim anschliessenden Apero gleich der Wunsch nach einer Fortsetzung zu h\u00f6ren war. Unterhaltsame Klassik im Seniorenheim: Ein Format mit Zukunft, nicht nur f\u00fcr Senioren. Und f\u00fcr den Quartierverein Zollikerberg und die Residenz Neum\u00fcnster Park ein neues T\u00e4tigkeitsfeld, das zu beackern sich lohnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Zollikerberg: Unterhaltsame Klassik in der Residenz Neum\u00fcnster Park Von Max Nyffeler \/ 22. 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